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Digital Product Passports: The Next Frontier of Supply Chain Data
Die kommende Initiative der EU zum Digitalen Produktpass (DPP) im Rahmen der Ökodesign-Verordnung für nachhaltige Produkte (ESPR) stellt eine der ehrgeizigsten Datenherausforderungen dar, denen globale Industrien in den letzten Jahrzehnten gegenüberstanden. Ab 2026 muss jedes Produkt, das in der EU verkauft wird, beginnend mit Batterien, gefolgt von Elektronik, Textilien und Baumaterialien, eine digitale Identität tragen, die Details zu seinen Materialien, CO2-Fußabdruck, Reparierbarkeit und mehr enthält.

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Eine Daten-Transformation im globalen Maßstab
Dieser Wandel wird nicht an den Grenzen der EU haltmachen. Unternehmen in Asien, Nordamerika und darüber hinaus müssen sich an diese neuen Datenanforderungen anpassen, wenn sie weiterhin Zugang zum europäischen Markt haben wollen. In der Praxis wird die Einhaltung des DPP zu einem neuen Eintrittsticket für den globalen Handel werden.
Die potenziellen Auswirkungen sind enorm. Der globale Markt für DPP-Plattformen wird voraussichtlich von 2,4 Milliarden USD im Jahr 2025 auf 10,8 Milliarden USD im Jahr 2035 anwachsen, was einer Steigerung von 350 Prozent entspricht. Dieses Wachstum spiegelt wider, wie schnell datengestützte Rückverfolgbarkeit zu einem Grundpfeiler der modernen Fertigung und Logistik wird.
Für zukunftsorientierte Unternehmen ist dies nicht nur eine Compliance-Aufgabe, sondern vielmehr eine Gelegenheit, digitale Ökosysteme zukunftssicher zu machen und tiefere betriebliche Erkenntnisse freizusetzen.
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Die Herausforderung: 110 Datenpunkte pro Produkt
Der Umfang der erforderlichen Daten für jedes Produkt ist gewaltig. Die in Großbritannien ansässige Modemarke Nobody’s Child hat bereits damit begonnen, Digitale Produktpässe umzusetzen, um sich auf das Kommende vorzubereiten. Ihre Erfahrungen verdeutlichen, wie transformativ dieser Prozess sein wird.
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DPPs erfordern eine enorme Menge an Daten – etwa 110 Datenpunkte pro Produkt. Historisch gesehen waren die Lieferketten der Modebranche undurchsichtig, und die Lieferanten sind nicht daran gewöhnt, diese Detailtiefe zu teilen. Wir fordern von ihnen alles, von den Ursprüngen der Fasern bis hin zu den Energiequellen. Es ist ein enormer Wandel im Denken.
Jody Plows, CEO
Nobody’s Child
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Die Herausforderung: 110 Datenpunkte pro Produkt
Der Aufbau dieser Datenströme erfordert Zeit. Die Implementierung eines DPP ist keine kurzfristige Aufgabe. Sie erfordert Investitionen in digitale Infrastruktur, Schulung der Lieferanten und Systeminteroperabilität. Für viele Unternehmen wird es bedeuten, von Anfang an zu überdenken, wie Produktdaten erfasst und geteilt werden.
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Warum das für Technologie- und Geschäftsleiter wichtig ist
Transparenz ist nicht mehr nur ein regulatorisches Häkchen. Sie wird zu einer zentralen Geschäftsfähigkeit. Verbraucher erwarten zunehmend Nachweise für Nachhaltigkeit, und Investoren suchen nach verifizierbaren ESG-Daten. Marken, die in Echtzeit präzise Produktinformationen bereitstellen können, werden Vertrauen gewinnen und sich in überfüllten Märkten differenzieren.
Bei Kruso sehen wir dies als den Beginn einer neuen digitalen Architektur für Produkte – bei der jedes Material, jede Komponente und jeder Prozess Teil eines vernetzten Datenökosystems ist. Wir verfolgen genau, wie diese Entwicklung mit Handelsplattformen, Produktdatenmodellen und dem Design einer Kreislaufwirtschaft zusammenkommt.
Wir sind der Überzeugung, dass das Digitale Produktpass in den kommenden Jahren zu einem entscheidenden Enabler für intelligentere, transparentere digitale Geschäftssysteme wird. Die Unternehmen, die sich jetzt sowohl technisch als auch kulturell darauf vorbereiten, werden die sein, die die Zukunft des nachhaltigen Handels gestalten.
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Wichtige Erkenntnisse
Digitale Produktpässe sind mehr als nur ein Compliance-Projekt; sie signalisieren ein komplettes Umdenken darin, wie wir Produktdaten verwalten. Die Vorbereitung darauf bedeutet heute, die richtigen digitalen Grundlagen zu schaffen, die Datenlandschaft zu verstehen und in Systeme zu investieren, die sich weiterentwickeln können.
Bei Kruso sehen wir dies als einen spannenden Schritt in eine Welt, in der digitale Technologie nicht nur die Geschäftseffizienz vorantreibt, sondern auch Verantwortung und Vertrauen auf jeder Ebene der Lieferkette ermöglicht.