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Die fünf häufigsten Fehler bei der digitalen Barrierefreiheit
Asbjørn Poulsen
06.03.2025
Mit dem Inkrafttreten des Barrierefreiheitsgesetzes im Juni 2025 ist digitale Barrierefreiheit wichtiger denn je.

Im Laufe der Jahre habe ich an zahlreichen digitalen Projekten gearbeitet, sowohl im öffentlichen als auch im privaten Sektor, und dabei aus erster Hand erlebt, wie eng gute User Experience und digitale Barrierefreiheit miteinander verbunden sind. Einfach gesagt: Barrierefreies Design ist gutes Design. Wenn wir es Menschen mit Einschränkungen erleichtern, eine Website zu nutzen, verbessern wir gleichzeitig die Erfahrung für alle Nutzerinnen und Nutzer. Deshalb möchte ich die fünf häufigsten Fehler vorstellen, die ich im Bereich digitale Barrierefreiheit immer wieder sehe, zusammen mit konkreten Tipps, wie man sie vermeiden kann. Wer Barrierefreiheit als festen Bestandteil der UX und Designstrategie versteht, schafft die Grundlage für Lösungen, die wirklich für alle funktionieren.
Digitale Barrierefreiheit ist komplex und es kann aufwendig werden, Probleme nachträglich zu beheben, wenn das Thema beim Aufbau der Website nicht ernst genommen wurde. Natürlich lassen sich Fehler später mit zusätzlichem Code korrigieren, aber wenn die Website von Anfang an richtig entwickelt worden wäre, wäre das gar nicht nötig.
Lösung
Machen Sie Barrierefreiheit frühzeitig zu einem zentralen Bestandteil des Projekts. So können UX, Design und Entwicklung gemeinsam benutzerfreundliche Lösungen schaffen, die von Beginn an richtig umgesetzt werden.
Automatisierte Tools sind ein guter Ausgangspunkt, erkennen aber nur etwa die Hälfte aller Barrierefreiheitsprobleme. Sie erfassen keine Feinheiten, die menschliches Urteilsvermögen erfordern, etwa die Verständlichkeit von Linktexten oder die Qualität von Alt Texten. Werden diese Details übersehen, leidet die gesamte Nutzererfahrung.
Lösung
Kombinieren Sie automatisierte Tests mit manuellen Prüfungen. Führen Sie Nutzertests gemeinsam mit Menschen mit Einschränkungen durch. Externe Expertinnen und Experten können zusätzlich wertvolle Perspektiven einbringen, die interne Teams häufig übersehen.
Wer Barrierefreiheit nur als Compliance Pflicht betrachtet, übersieht ihr volles Potenzial. Sie verbessert die Nutzererfahrung für alle, stärkt die Marke, erweitert die Zielgruppe und kann sich positiv auf SEO auswirken. Gleichzeitig ist Barrierefreiheit kein einmaliges Projekt bis Juni 2025, sondern eine kontinuierliche Aufgabe, die Teil jeder Aktualisierung und jedes neuen Inhalts sein sollte.
Lösung
Betrachten Sie Barrierefreiheit als strategischen Vorteil. Verankern Sie sie als Teil Ihrer gesellschaftlichen Verantwortung und nutzen Sie sie als Differenzierungsmerkmal Ihrer Marke.
Selbst wenn Code und Design einer Website barrierefrei sind, können ungeschulte Content Teams neue Hürden schaffen. Sie sind oft dafür verantwortlich, Bilder, Videos und Texte zu veröffentlichen, die ebenfalls barrierefrei sein müssen. Gerade in größeren Organisationen mit vielen Content Verantwortlichen wird dieser Bereich häufig vernachlässigt.
Lösung
Machen Sie Barrierefreiheit zu einer gemeinsamen Verantwortung im gesamten Unternehmen. Schulen Sie Content Teams in bewährten Methoden der Barrierefreiheit. Dazu gehören aussagekräftige Alt Texte, korrekte Überschriftenstrukturen sowie barrierefreie Dokumente und Formulare.
Eine Barrierefreiheitserklärung ist gemäß European Accessibility Act gesetzlich vorgeschrieben. Fehlt sie oder ist sie unvollständig, verstößt dies nicht nur gegen gesetzliche Vorgaben, sondern reduziert auch die Transparenz gegenüber den Nutzenden.
Lösung
Erstellen Sie eine klare und vollständige Barrierefreiheitserklärung und integrieren Sie diese in Ihre Geschäftsbedingungen oder vergleichbare Dokumente. Sorgen Sie dafür, dass sie leicht auffindbar ist, beispielsweise über eine URL wie www.example.com/was. Halten Sie die Erklärung zudem stets aktuell und passen Sie sie bei Änderungen oder Verbesserungen an.
Um diese häufigen Fehler zu vermeiden, braucht es einen proaktiven Ansatz im gesamten Unternehmen. Barrierefreiheit bedeutet nicht nur, gesetzliche Anforderungen zu erfüllen, sondern allen Menschen gleichen Zugang und bessere Nutzererfahrungen zu ermöglichen. Wer Barrierefreiheit fest in Kultur, Prozesse und Arbeitsweisen integriert, trägt zu einer inklusiveren digitalen Welt bei.